Landesverband Prostatakrebs Selbsthilfe Schleswig-Holstein

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Prostatakrebs: Ein Wegweiser für Schleswig-Holstein

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Mit der Diagnose "Prostatakrebs" verändert sich das Leben des betroffenen Mannes erheblich, - ebenso das seiner Angehörigen. Neben der Überwindung des ersten Schocks, ausgelöst durch die Feststellung der Erkrankung, muss man sich nun mit bisher unbekannten Begriffen wie z.B. Gleason-Score, T-Stadium usw. auseinandersetzen. Hinzu kommt die Entscheidungsfrage für eine Therapieform mit all ihren Zweifeln. Welcher ist der richtige Weg?

Aufklärung und umfassende Information ist in dieser Situation besonders wichtig. Denn nur wer über genügend Informationen verfügt, kann kompetent und eigenverantwortlich entscheiden, welche Behandlung eingesetzt wird. Die Unterstützung durch fachkundige Ärzte steht dabei an erster Stelle. Aber selbst wenn sich der behandelnde Arzt sehr viel Zeit für für jeden einzelnen neu erkrankten Mann nehmen könnte, blieben trotzdem anfangs viele Fragen offen.

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Patientenratgeber

Männer mit neu diagnostiziertem Prostatakrebs brauchen wertfreie, verständliche und für die eigene Situation zutreffende Informationen. Die Schwierigkeit dabei ist nicht, viele Informationen zu finden. Alleine das Internet bietet eine unüberschaubare Informationsflut, die leider manchmal auch wenig seriös ist. Dazu kommen dann die vielen Broschüren, Flyer, Bücher und Schriften. Diese Fülle führt aber häufig eher zur Verunsicherung statt zur Aufklärung.

Wertvoll sind Informationen, die neutral, umfassend, für Laien verständlich, medizinisch korrekt und aktuell die Zusammenhänge zur Diagnose und Therapie unserer Erkrankung darstellen, ohne dabei die meist unungänglichen negativen Aspekte zu verschweigen. Solche Informationen wollen wir auf unserer Homepage anbieten, um Ihnen die Suche nach dem richtigen Weg etwas zu erleichtern.

Prostatakarzinom I - Patientenratgeber für früh erkanntes, lokal begrenztes Prostatakarzinom

Prostatakarzinom II - Patientenratgeber für lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Prostatakarzinom

Prostatakrebs - "Blauer Ratgeber Nr. 17" der Deutschen Krebshilfe 

Die neue S3-Leitlinie Prostatakarzinom

 

Active Surveillance

Bei der Suche nach der richtigen Therapie steht ein zentrales Thema im Blickpunkt: Die unnötige Therapie. Oder anders ausgedrückt: Die Vermeidung von Übertherapie.

Prostatakrebs-Patienten mit hohem Lebensalter oder offensichtlich nicht mehr heilbarem Krebs wird jeder verantwortungsvolle Arzt keine Kurativmaßnahmen empfehlen. Aufgrund der immer häufiger erkannten frühen Krebsstadien steigt aber die Zahl der relativ jungen Männer, die zwar ein wahrscheinlich heilbares Karzinom in sich tragen, aber nicht unbedingt sofort invasiv behandelt werden müssen: Kandidaten für Active Surveillance?

Wenn Sie grundsätzlich wissen möchten, ob Sie sich für eine abwartende, defensive Behandlung Ihres Prostatakrebses eignen, prüfen Sie bitte, ob folgende Kriterien für Sie zutreffen:

Statistische Lebenserwartung über 10 Jahre
PSA-Wert nicht über 10 ng/ml
Gleason-Score kleiner = 6
Tumorstadium cT1c - cT2a
Nicht mehr als 2 Stanz-Gewebeproben tumorbefallen
Tumorbefall je Stanze nicht mehr als 50%

Uns erscheinen zwei Hinweise wichtig: Sollte Ihr PSA-Wert zwar kleiner als 10 ng/ml sein, aber gegenüber einer vorherigen Messung einen starken Anstieg aufweisen, müssen Sie besonders vorsichtig sein und die PSA-Kontrollen gegebenfalls in kürzeren Zeitabständen durchführen lassen. Und je jünger Sie sind, um so zurückhaltender und kritischer sollten Sie mit Ihren Erwägungen zu Active Surveillance umgehen.